25
Jul
2018
12:28 PM

Tag 5 - Kerið und Þingvellir Nationalpark - zwischen den Platten

Nach einem entspannten Morgenfrühstück wurde der Reisebus mit Austauschkleidung und Proviant fahrtüchtig gemacht.

Zuerst fuhren wir zum Kratersee Kerið. Er ist 55 Meter tief, liegt in einer vulkanisch aktiven Zone und entstand vor ca. 6500 Jahren. Das Gestein und der Krater ist rötlich gefärbt. Bei Ausbruch des Vulkans kommt die Lava mit der Luft in Berührung, oxidiert und nimmt die rote Farbe an. Unweit des Kratersees bemerkt man von der Flanke eines anderen Berges eine große Fläche roten Gesteins. Bei Sonnenlicht erscheint dieser Ort dann wie eine riesige, offene, blutige Wunde.

Unser nächstes Ziel war der Nationalpark Þingvellir. Er besteht seit 1930. Hier gibt es im Gegensatz zu anderen Gebieten Islands viel Buschwerk in der Landschaft zu sehen. An den Rändern dieser Grünflächen leuchtet der violette Storchenschnabel und sehr großblumige Butterblumen, sowie hohe Stauden Angelica. Auch der größte See Islands Þingvallavatn dehnt sich hier aus. In diesem Naturpark treffen sich die amerikanische, sowie die eurasische Platte, die aber seit zehntausenden Jahren auseinanderdriften. Es entstand die Schlucht Almannagjá und die Talsohle hat sich um 40 Meter gesenkt. Aber nicht nur geologisch ist dieses Gebiet für Island bedeutend, sondern Þingvellir ist auch der Mittelpunkt der isländischen Kultur. Wir liefen eine meterlange Felswand entlang, die "Die Straße der Männer" hieß. Nach Ende der Besiedlung wollte man auch eine gemeinsame Verfassung erschaffen. Im Jahr 930 kam hier das erste Parlament, der Althing, zusammen. An diesem Ort wurde Recht gesprochen, Gericht gehalten, aber auch Urteile gefällt, bei schweren Vergehen die Todesstrafe verhängt. Die Annahme des Christentums wurde um 1000 auf dem Gesetzesberg beschlossen. 1662 wurde Island teil des norwegischen Königreiches und Þingvellir verlor seine Bedeutung. Nach der Unabhängigkeit wurde auch der Þingvellir wieder bedeutend. Am 17. Juni 1944 rief man auf dem Gesetzesberg die Isländische Republik aus. Eine kleine Kirche konnte besichtigt werden und drei kleine Häuschen, die als Sommersitz der Regierung dienen.

Da das Wetter immer regnerischer und ungemütlicher wurde, ging es mit dem Bus wieder Richtung Selfoss. Vorher wurden in der Kaufhalle Bónus unsere Essensvorräte aufgefüllt. Das Angebot dieser Kaufhalle ist sehr reichhaltig und für sparsame Touristen angemessen. Allen nach uns Reisenden ist sie sehr zu empfehlen.

Barbara Gottmannshausen



You may also like